strandhäuser in domburg

[Drumrum]

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Diese hübschen, nagelneuen Strandhäuschen habe ich am Wochenende in Domburg (Zeeland) entdeckt. Normalerweise stehen an niederländischen Stränden ja nur Reihen aus Holzkabinen ohne Wasseranschluss, in denen man nicht mal übernachten, sondern nur seine Strandutensilien unterbringen darf (siehe linker Bildrand). Keine Ahnung, wie der Investor die Gemeinde dazu überreden konnte, diese Häuser zu genehmigen. Ansehnlich sind sie jedenfalls. Außen eine simple graue Trespaplatten-Fassade, davor eine Fensterfront und Terrasse, die genau in Richtung Strand/Meer/Sonnenuntergang ausgerichtet sind. Drinnen ein rundum weißer Raum mit Küchenzeile und Schlafsofa, ein Bad und unterm Dach noch ein niedriges Schlafgeschoss. Wo bleibt der Wallpaper-Artikel? Buchen kann man die Häuser bei http://www.slaapzand.nl.

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tulpenblüte

[Drumrum]

Jetzt ist die Tulpenblüte fast schon wieder vorbei, aber letzte Woche musste ich ein paar Mal mit dem Zug zwischen Haarlem und Leiden hin- und herfahren und konnte bei der Gelegenheit noch ein paar Fotos von den hübsch grafisch gestreiften Landschaften schießen, die auf dieser Strecke an einem vorbeiziehen. Et voilà! Deshalb auch ein kleiner touristischer Tipp für alle, die sich nächstes Jahr die bunten Streifen anschauen wollen: Vom Zug aus sieht man die Blumenfelder viel besser als aus dem Auto. Die meisten Straßen führen nämlich zwischen Häusern und Lagerhallen hindurch, während der Zug mitten durch die Felder fährt.

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van eyck im kröller-müller-park

[Drumrum]

Endlich schönes Wetter! Deshalb trieb es mich gestern in den Kröller-Müller-Park im Osten der Niederlande. Zwar hatten ungefähr 500 japanische Touristen dieselbe Idee, aber zum Glück blieben sie bei den Van Goghs im Museum kleben und verteilten sich nicht über Skulpturengarten und Nationalpark. Obwohl man schon das Gefühl bekommen kann, dass die winzigen weißen Fahrräder, mit denen man durch den Park strampeln darf, für japanische Körpermaße entworfen wurden.

Im Skulpturengarten wurde vor zwei Jahren der Pavillon rekonstruiert, den Aldo van Eyck 1965 für die Skulpturenausstellung im Park Sonsbeek in Arnheim entworfen hat. Dort stand er nur einen Sommer lang, im Kröller-Müller-Museum soll er dagegen auf unbestimmte Zeit stehen bleiben. Deshalb mussten ein paar konstruktive Dinge geändert werden und erhielt er auch ein anderes Dach. Ursprünglich hatte er ein sehr einfaches transluzentes, aber nicht durchsichtiges Flachdach; nun befindet sich dort eine viel aufwändigere Konstruktion mit transparenten Plexiglaskappen und integrierten Regenrinnen. Das widerspricht nicht nur der kargen Ästhetik des restlichen Bauwerks (Betonwerksteine! Gibt es ein kalvinistischeres Material?), sondern auch Van Eycks Intention: Er wollte die umgebende Natur bewusst aus dem Pavillon ausschließen.

pg Grundriss des Sonsbeek-Pavillons. Der Kreis stellt die Grundplatte dar.

So, genug gemäkelt. Ansonsten ist das Bauwerk nämlich wirklich sehr schön, eine echte Raumerfahrung, und ist es ganz großartig, dass man es endlich nicht mehr nur auf dem Papier bewundern kann. Zum Beweis ein paar Fotos.

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entwürfe für den grote markt in groningen

[Drumrum]
Die Ostseite des Grote Markt im nordniederländischen Groningen soll in den kommenden Jahren völlig umgestrickt werden. Gegenüber dem Rathaus steht momentan eine ziemlich nichtssagende Bebauung aus den siebziger und achtziger Jahren, die demnächst abgerissen wird (damit hat man in den Niederlanden ja wenig Probleme). Sieben Büros wurden eingeladen, einen Entwurf für einen Neubau namens Groninger Forum anzufertigen - und zwar nicht gerade die unbekanntesten: Wiel Arets, Erick van Egeraat, FOA, Neutelings Riedijk, NL Architects, UN Studio und Zaha Hadid sind mit von der Partie. Im Forum sollen die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv, ein Historisches Museum und ein Filmhaus untergebracht werden.

Um Subtilität ging es offenbar nicht bei dem Wettbewerb: Ein Entwurf ist extravaganter als der andere. Vielleicht hat das auch ein wenig mit der Art der Entscheidungsfindung zu tun. Statt einer Expertenjury dürfen nämlich die Einwohner von Groningen auf einer Website abstimmen, welcher der sieben Entwürfe gebaut werden wird. Da sind natürlich saftige Renderings bzw. Modelle (Neutelings Riedijk sind immer noch eher computerfern) gefragt. Alle Groninger haben per Post ein Passwort geschickt bekommen, mit dem sie sich auf der Website einloggen können. Am 2. Februar wird die Entscheidung bekannt gegeben. Angesichts des derzeitigen Blümchentrends setze ich mal auf FOA.

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Wiel Arets

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Erick van Egeraat

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Foreign Office Architects

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Neutelings Riedijk

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NL Architects

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UN Studio

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Zaha Hadid

fast ferry ijmuiden

[Drumrum]
Da wohnt man jahrelang in dieser Stadt und hat sich noch nie zu einem der coolsten Ausflüge ins Umland aufraffen können... Am letzten Sonntag habe ich das nachgeholt. Ich + Freund + Fahrräder bestiegen hinter dem Hauptbahnhof die Fast Ferry nach IJmuiden.

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Die Fahrt ging in rasantem Tempo den Noordzeekanaal hinab durch den Amsterdamer Hafen, bis nach etwa 20 Minuten die Hochöfen von IJmuiden ins Blickfeld kamen. Und da das Boot ein öffentliches Verkehrsmittel ist (es gibt tatsächlich Leute, die damit jeden Tag in ihre Zeitung vertieft zur Arbeit pendeln!), kostet es auch kein Vermögen.

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In IJmuiden radelten wir ziemlich ziellos Richtung Meer, die schmauchenden Hochöfen auf der anderen Kanalseite immer im Blick, und landeten erstmal im Hafen. hafen Häfen sind ja immer spannend: verfallene Industriehallen, Fischernetze, Seelenverkäufer aus Monrovia und Valletta, von Rost überwucherte Maschinen... und mittendrin eine Tapasbar. Danach ging's zum Strand, der hier ungewöhnlicherweise von mehreren Reihen Hüttchen gesäumt wird. Nicht, dass die Hüttchen an sich ungewöhnlich wären - sie finden sich in so ziemlich jedem Strandort. Aber normalerweise gibt es nur eine Reihe. strandDurch die dichte Besiedlung wirkt der Strand in IJmuiden eher wie eine Schrebergartenkolonie. Obendrein stehen die Häuschen hier in einem höchst kuriosen Setting zwischen Hochöfen, Hafen und Dünen, die mit Bunkerruinen aus dem Zweiten Weltkrieg gespickt sind. Unser Weg führte uns dann durch den eher trostlosen Ort IJmuiden, bis wir uns plötzlich in einem englischen Landschaftspark wiederfanden. beeckestijnIn Velsen, direkt neben IJmuiden, liegen nämlich drei sogenannte "buitenplaatsen", also ehemalige Sommerresidenzen reicher Amsterdamer Kaufleute. Größer hätte der Kontrast kaum sein können. Auf einmal war alles sehr gepflegt und pittoresk - keine Spur mehr von Stahlverarbeitung und stinkigen Fischresten. Ein klassischer Ort für den Satz: "Hier müsste man nochmal mit den Eltern herkommen". Und nachdem wir diesen löblichen Entschluss gefasst hatten, machten wir uns auf den Rückweg zur Fähre nach Amsterdam.

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[Drumrum]
Gummistiefel soll man mitnehmen, stand auf der Website. Ich besitze keine Gummistiefel. Das heißt dann wohl, dass ich auch nach fast sieben Jahren in den Niederlanden noch nicht ordentlich eingebürgert bin.

Trotz Gummistiefelmangels sind wir gestern zum Fort Asperen gefahren, um die Installation "Fort Asperen Ark. A Peter Greenaway Floodwarning" zu begutachten. Das Fort gehört zur sogenannten Hollandse Waterlinie, die an sich schon eine spannende Sache ist. Das Land vor dieser Deichlinie, die sich östlich der großen Städte von Nord nach Süd durch ganz Holland zieht, konnte früher geflutet werden, um Feinde am Eindringen zu hindern. Es verwandelte sich dadurch in eine knietiefe Matsche, durch die sich kaum ein Soldat quälen wollte. Mit der Erfindung des Flugzeugs wurde die Waterlinie allerdings nutzlos, und die Forts, die sie bewachten, begannen zu verfallen.

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Inzwischen versucht man, die kulturhistorisch wertvolle, aber recht unbekannte Waterlinie wieder etwas ins Rampenlicht zu rücken. Unter anderem deshalb findet im Fort Asperen, einer der idyllischsten Fortruinen der Reihe, alle zwei Jahre im Sommer eine Ausstellung oder ein Kunstprojekt statt. Dieses Mal durfte Peter Greenaway das Fort in eine apokalyptisch angehauchte Anti-Global-Warming-Installation verwandeln.

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Spätestens seit dem Nachtwachen-Spektakel im Rijksmuseum stehe ich Greenaway ja eigentlich etwas skeptisch gegenüber. Aber die Inszenierung in Asperen ist durchaus effektvoll. Der gesamte Keller des Forts steht knöcheltief unter Wasser - dafür die Gummistiefel. In den Seitenräumen hat Greenaway jeweils einen Koffer plaziert, der etwas enthält, was man im Falle einer Sintflut dringend mit auf die Arche nehmen sollte. Glühbirnen, ein Schwein, Knöpfe, saubere Bettwäsche, Trinkwasser, Fisch, Besteck, etc. Das ganze natürlich perfekt ausgeleuchtet und mit einer bedrohlich wummernden Soundinstallation versehen.

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Insgesamt ist die Inszenierung vielleicht etwas zu nostalgisch dekorativ, macht aber auf jeden Fall Spaß. Dank der Wasserschicht - Gummistiefel gibt's übrigens am Eingang zu leihen - wird das klamme Fort zu einer Mischung aus Geisterbahn und Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Man stapft durchs Wasser, schleicht um dustere Ecken und entdeckt plötzlich die alte Latrine, eine Inschrift an einer Wand oder eben wieder einen von Greenaways Koffern, während es im Hintergrund konstant tröpfelt und plätschert.

panorama scheveningen

[Drumrum]
Es war Pfingsten, also mal wieder Zeit für einen kleinen Wochenendausflug. Dieses Mal führte er unter anderem nach Den Haag und dort ins Panorama Mesdag. Dieses Gebäude wurde 1881 speziell errichtet, um ein rundes, 120 Meter langes und 14 Meter hohes Panoramagemälde unterzubringen, das den Strand von Scheveningen darstellt.

Dank einem künstlichen Sandhügel in der Mitte, geschickter Lichtregie und Möwenschreien vom Band ist das Panorama wirklich ganz unerhört lebensecht. Auf charmant altmodische Weise hat man fast das Gefühl, auf einer Düne zu stehen und auf die Fischerboote herabzublicken.

mesdag

panorama

Nach so viel Beschaulichkeit bedurfte es eines kleinen Reality Checks, weshalb wir uns an den besagten Strand von Scheveningen begaben. Dieser ist heutzutage nicht mehr die Domäne der Fischer, sondern eher der bauchnabelfreien Jugend von Den Haag. Wie zu erwarten an einem schönen Pfingstsonntag, herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit. Hier das Panorama Scheveningen, wie es sich heute präsentiert. Man stelle sich dazu eine Geräuschkulisse aus Umpf-umpf-umpf-Eurotrash-Techno und den Duft von altem Fritierfett vor.

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scheveningen

fischig und designig

[Drumrum]
Was macht man an einem total verregneten Samstagmorgen in den Niederlanden? Man lässt sich vom Wetter nicht die Laune verderben und unternimmt einen Ausflug mit hohem Innenraum-Anteil. Und weil es kurz vor Ostern ist, sucht man sich dafür möglichst wenig touristengeplagte Ziele aus.

Wir setzten uns also ins Auto und fuhren nach Norden. Erstes Ziel war der Wieringer Fischmarkt, eigentlich nur ein einziger Stand in einer Halle im Hafen von Den Oever, wo die lokalen Fischer ihren Fang verkaufen. Kurioses Seegetier, Flundern in allen Varianten, freundliche Fischausnehmer, die westfriesischen Dialekt mompelten. Weiter ging es mit drei "grieten" (Glattbutt, wie das Wörterbuch später verriet) und einem Kilo "wulken" (Seeschnecken) im Kofferraum.

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In Den Oever beginnt der Abschlussdeich, der das IJsselmeeer (die frühere Zuiderzee) von der offenen Nordsee trennt, und das Wetter war inzwischen deutlich besser geworden. Also fuhren wir auf die andere Seite, nach Friesland. 30 Kilometer unverstellter Blick aufs IJsselmeer sind fein, auch wenn sich die Wasserfläche angesichts des wankelmütigen Wetters mal ohne Segelschiffe zeigte.

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In Friesland erwarteten uns blauer Himmel, eigentümliche Ortsnamen (Tzummarum, IJpecolsga, Sexbierum, Oudemirdum...) und ein Kaufrausch, der sich gewaschen hatte. Ziel der Unternehmung war nämlich Koninklijke Tichelaar Makkum, die ältestes Keramikmanufaktur der Niederlande und inzwischen auch Hausmanufaktur der Droog Designer. Im Dörfchen Makkum, direkt hinter dem Abschlussdeich, stellen sie nicht nur Kacheln, Vasen und Geschirr her, sondern betreiben hinter historischen Fassaden auch einen von Merkx + Girod Architecten sehr schön eingerichteten Laden - Verzeihung, "Flagship Store".

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makkum

Das Angebot ist eine merkwürdige Mischung aus tantigem Blümchenporzellan (inklusive Wandtellern mit christlichen Sprüchen) und hippen Objekten aus dem Dunstkreis von Droog. Letztere sind teils sogar erschwinglich, weil zweite Wahl oder Restposten. Wir beschränkten uns bescheiden auf den Erwerb einer hübschen Vase (siehe unten) von Roderick Vos mit fast unsichtbaren Mängeln und ließen die trotz 50% Preisnachlass noch immer sauteure 3-Vase von NL Architects etwas wehmütig links liegen. Natürlich bedurften auch die restlichen "hebbedingen", wie das auf Niederländisch so schön heißt, einer ausführlichen Begutachtung. Dann aßen wir noch ein broodje in der Bäckerei, die dem Tichelaar-Laden raffinierterweise angegliedert ist und ihn konstant beduftet, und traten zufrieden den Heimweg an. Der Samstag war gerettet. Die "grieten" wurden mit Speck serviert, die Vase mit Papageienblumen.

mama