Wie lockt man Leute in eine Ausstellung, die normalerweise keinen Fuß in ein Museum oder eine Galerie setzen würden? Darüber zerbrechen sich niederländische Museumsdirektoren schon lange den Kopf. Die Politik fordert ständig mehr laagdrempeligheid (wörtlich: "Niedrigschwelligkeit"), und meist wissen die Ausstellungsmacher darauf keine bessere Antwort, als das Niveau zu senken.

gratis Gerade bin ich auf der höchst eigenwilligen Website des Designers Bert Jan Pot über eine Aktion gestolpert, die er 2003 gemeinsam mit Maarten Baas durchgeführt hat. Um Passanten zum Besuch ihrer gemeinsamen Ausstellung in der Artothek Den Haag zu bewegen, stellten sie damals vor der Galerie ein Schild auf: "Drinnen gratis pinkeln". Im Inneren führten die Wegweiser zur Toilette durch die gesamte Ausstellung und danach erst zum Ziel.

Ob alle Passanten so lange durchgehalten haben, weiß ich nicht. Aber vermutlich war die Ausstellung auch nicht besonders groß, denn Baas und Pot waren 2003 noch längst nicht die Designstars, die sie jetzt sind.

Ob das auch beim Rijksmuseum, Witte de With oder De Pont funktionieren würde? Nein, es würde ja schon am Eintrittsgeld scheitern...