Es ist mal wieder Messezeit in Rotterdam, und dieses Mal bringt die Art ihren neuen Ableger Objekt Rotterdam mit.
Bei der Art Rotterdam, die gestern eröffnet wurde, ist alles beim alten. Präsentiert wird angenehme, bezahlbare Kunst der zweidimensionalen Sorte. Nicht aufregend, aber auch nicht nervig. Manch eine Galerie schreibt inzwischen schon die Raten für die kunstkoopregeling mit aufs Preisschild, was die Kunst gleich noch viel erschwinglicher aussehen lässt.
Interessanter war, wie Objekt Rotterdam geraten würde. Die neue Messe für "autonomes Design" will letztlich in dieselbe Kerbe schlagen wie Design Miami Basel, zeigt also Auflagenstücke von Designern, die sich auch gerne mal als Künstler bezeichnen, und bedient damit den Trend. Wie vage das alles eigentlich noch ist, zeigte sich bei der Podiumsdiskussion mit Renny Ramakers und diversen Droog-Händlern aus dem Ausland, die vor der Eröfnung stattfand. Als eine Journalistin am Ende der Diskussion fragte, was man denn nun unter "autonomem Design" verstehen solle, fiel eine peinliche Stille so dick wie Brei über den Saal. Nicht mal Renny persönlich wusste eine Antwort oder wagte sich auch nur an eine Definition.

Tejo Remy, Chest of Drawers XS, Droog Design; Scholten & Baijings, Serious Business, Thomas Eyck
Der anschließende Messebesuch verschaffte auch keine Aufklärung. Die Messe ist recht überschaubar. Im Angebot sind Objekte von Richard Hutten, Ted Noten, Vincent de Rijk und einigen anderen großen Namen, Institutionen wie die Vivid Gallery aus Rotterdam, Royal Tichelaar aus Makkum und natürlich Droog sind auch dabei, es gibt Sonderausstellungen vom Designhuis aus Eindhoven sowie vom Zuiderzeemuseum aus Enkhuizen, und sonst gibt es vor allem Schmuck und Kleinkeramik. Viel Schmuck und Kleinkeramik, und das nicht immer mit allzu hohem konzeptionellen Anspruch. Teils wähnte ich mich fast im Kunsthandwerk-Weihnachtsmarkt in der Frankfurter Paulskirche.
Was ist also "autonomes Design"? Irgendjemand schlug vor, es als Gegenteil von "anonymem Design" zu definieren. Aber der hatte wohl "autonom" und "Autor" verwechselt.