zeger reyers

[Kunst]

Im Gemeentemuseum in Den Haag (das übrigens immer wieder einen Besuch wert ist, allein schon wegen seiner wunderschönen Berlage-Architektur) läuft momentan eine Ausstellung über den niederländischen Künstler Zeger Reyers. Auch dessen Galerie, Maurits van der Laar, zeigt parallel eine Auswahl seiner Werke.

Für mich ist das eine willkommene Gelegenheit, um hier mal ein paar seiner Kreationen zeigen zu können. Reyers arbeitet meist mit lebendigen Organismen – Pflanzen, Pilze, Muscheln –, mit denen er Installationen und Skulpturen macht.

cassette

brandslang

diadose 

luxaflex

luxadetail

Wem das noch nicht reicht, für den gibt es auch noch ein hübsches Mäuse-im-Spülberg-Filmchen von Reyers bei Youtube:

mause

amsterdamer tagesthemen

[Allgemeines]

Die Themen, über die sich die Einwohner einer Großstadt ereifern, sind manchmal ziemlich kurios. In Amsterdam drehen sich Lokalfernseh-Talkshows, borreluur-Gespräche und Nachbarschaftsschwätzchen momentan prioritär um folgendes:

1. Anne Franks Kastanienbaum
Im Garten des Anne-Frank-Hauses steht eine 170 Jahre alte Kastanie, die Anne von ihrem Hinterhausversteck aus sehen konnte und dreimal in ihrem berühmten Tagebuch erwähnt. Jetzt ist der Baum morsch und muss deshalb eventuell gefällt werden. Schon seit Wochen gibt es ein tägliches Hin und Her: Mal heißt es, er fällt, mal heißt es, er bleibt stehen. Irgendein armer Irrer hat letzte Woche sogar bei Ebay 7000 Euro für eine Kastanie vom Originalbaum geboten. Der hat sicher auch noch ein echtes Stück Berliner Mauer zu Hause liegen.

2. Herzlich willkommen in Amsterdam!
Am Bahnhof sollen in Zukunft freundliche Hostessen und Hosts (oder wie heißt die männliche Variante?) orientierungslose Touristen in Empfang nehmen. Sie sollen ihnen den Weg weisen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Hübsche Idee – aber ist das nicht einfach eine faule Ausrede, damit man das Baustellenchaos am Bahnhof nie wieder aufzuräumen braucht?
Ewiges Parallelthema hierzu sind die Taxifahrer: In Zukunft soll es besondere "Qualitätstaxis" geben, deren Fahrer der englischen Sprache mächtig, im Besitz eines ordentlichen Fahrzeugs und freundlich zu den Gästen sind. Das klingt ein bisschen wie die "essreifen" Avocados, die seit einer Weile für teuer Geld in den Supermärkten verkauft werden und bei denen ich mich immer frage, wieso eigentlich nicht alle Avocados essreif sind. Gibt es wirklich Leute, die lieber steinharte Früchte kaufen? Aber jetzt schweife ich ab.

3. Aus Fensterprostitution mach Modepräsentation
Die Stadt tritt seit einer Weile gegen die Fensterprostitution im Rotlichtviertel auf, weil sich dahinter - Überraschung! - viel Kriminalität, Frauenhandel und ähnlich Unappetitliches verbirgt. Fast ein Drittel der Fenster soll in nächster Zeit geschlossen werden. Aber was tun mit all den leeren Schaufenstern? Neuester Vorschlag: die Werke junger Amsterdamer Modetalente darin präsentieren. Fände ich persönlich gar nicht schlecht, aber erstaunlicherweise sind viele Amsterdamer gegen die Vertreibung der Prostitution aus dem Viertel. Schließlich gehöre sie zum Lokalkolorit.

beeke vs. beecroft

[Design]

Der niederländische Grafikdesigner Anthon Beeke ist sauer. 1970 entwarf er sein legendäres Naked Ladies Alphabet, zusammengestellt aus – man kann es sich schon denken – nackten Frauenkörpern. Ende 2005 machte die italienische Künstlerin Vanessa Beecroft, bekannt für Arbeiten mit – man kann es sich schon denken – nackten Frauenkörpern, für das Handtaschenimperium Louis Vuitton ebenfalls ein Frauenkörper-Alphabet. Wie Beeke feststellen musste, glich es dem seinen bis aufs Haar. "Sie hat nicht einmal meine Fehler verbessert", kann man in der heutigen Ausgabe des NRC Handelsblad lesen. "Das O ist zu dick und seine Proportionen stimmen nicht. Bei ihr ist das genauso."

Jetzt hat Beeke doch noch Genugtuung bekommen. "As an artist, Vanessa Beecroft states that it was never her intention to create confusion between Mr Beeke's work and hers and apologizes for any misunderstandings which may have occurred", kann man auf Beekes ebenso wie auf Beecrofts Website lesen. Angeblich darf der düpierte Designer auch noch eine dicke Entschädigung von Vuitton erwarten.

Ich zeige hier lieber nur Beekes Original-Buchstaben, denn man weiß ja nie... Den 1:1-Vergleich mit Beecrofts Kreation gibt es auf seiner Website zu sehen.

beeke

hasenqual

[Kunst]

Aus aktuellem Anlass hätte ich dieses Filmchen von Sander Plug und Lernert Engelberts ja lieber mit einem Weihnachtsmann gesehen, aber in puncto Niedlichkeit sind Osterhasen natürlich unschlagbar. Lieber nicht im Beisein kleiner Kinder anschauen.

hase 

villen von john bosch

[Architektur]

Aus vier mach acht: Die hübschen Reihenvillen von John Bosch - ehemals Bosch Architects, jetzt OZP - auf dem Kleinen Rieteiland in IJburg haben sich vermehrt. 2005 wurden die ersten vier Häuser gebaut, der zweite Teil folgte jetzt. Damit wäre die Familie komplett. Glückwunsch!

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Fotos: Allard van der Hoek

hema webstore

[Allgemeines]
Wieder mal was neues von der Holländer liebster Warenhauskette Hema. Ich will gar keine großen Worte machen: Bitte einfach Sound hochdrehen, hier klicken und warten, was passiert.

familienähnlichkeit

[Design]

Manche Ideen sind offenbar so gut, dass gleich mehrere Leute auf einmal drauf kommen. Anders lässt sich die konzeptionelle Ähnlichkeit zwischen dem Lampenschirm Grito vom spanischen Designerpaar El Ultimo Grito und dem Lampenschirm DIYM von Ransmeier & Floyd kaum erklären, oder?

grito
Grito von El Ultimo Grito für Mathmos

rans
DIYM von Ransmeier & Floyd für Droog Design

curator for a day

[Kunst]

Hiermit lade ich zur allerersten Ausstellung ein, die ich kuratiert habe. Vernissage und Finissage finden am 17.11. ab 13.00 Uhr im Nederlands Instituut voor Mediakunst statt. Die Schau trägt den Titel Space, Time and Narrative und umfasst ganze sechs Werke zu eben diesen Themen. Vielleicht werde ich sogar selber hingehen.

Nein, nein, ich möchte nicht meinen Job an den Nagel hängen und auf Kurator umschulen. Ich habe nur an Curator for one Day teilgenommen, einem Projekt im Rahmen der Ausstellung Video Vortex, die sich um das Phänomen Web 2.0 dreht. Die neue Mitmachkultur also. Auf der dazugehörigen Website kann man sechs Videoinstallationen aus dem Archiv des Medienkunst-Instituts aussuchen und daraus seine eigene Ausstellung zusammenstellen, die dann einen halben Tag lang gezeigt wird. Es sind übrigens noch Plätze frei. Video Vortex ist bis 2.12. zu sehen.