Am 17. November hat der polnische Künstler Wilhelm Sasnal den mit 50 000 Euro dotierten europäischen Kunstpreis
The Vincent erhalten. Im
Stedelijk Museum ist noch bis 19.1. eine Ausstellung mit Werken der vier Nominierten - neben Sasnal auch Urs Fischer, Andrei Monastyrski, Dan Perjovschi und Cerith Wyn Evans - zu sehen.
Ich bezweifle allerdings, dass die Jury Sasnal für die beiden eher mittelmäßigen Filminstallationen prämiert hat, die das Stedelijk zeigt. Er ist ja auch eigentlich eher für seine Malerei bekannt. Übrigens hat er das gesamte Preisgeld zwei wohltätigen Stiftungen vermacht - das kommt davon, wenn man immer genau die Künstler auszeichnet, die sowieso gerade der letzte Schrei sind und dementsprechend gut verdienen.
Ich muss zugeben, dass Monastyrskis Installation mich ziemlich kalt gelassen hat. Urs Fischers Tentakel-Gebilde war dagegen schon interessanter, und Ceryth Wyn Evans Kronleuchter und Neonschriftzug fand ich sehr schön. Köstlich amüsiert habe ich mich bei Dan Perjovschis
Amsterdam Drawing, zwei Räumen voller unterhaltsamer Kritzel-Graffitis mit Verweisen aufs aktuelle Weltgeschehen sowie einige Amsterdamer Spezialitäten (siehe unten).

Wilhelm Sasnal, The River, 2005/2006

Andrei Monastyrski, The Fountain, 2005

Cerith Wyn Evans, Calibration and Sensitometry by R. Ziener (1987), 2006

Urs Fischer, Spinoza Rhapsody, 2006

Dan Perjovschi, The Amsterdam Drawing, 2006