billigflieger

...und dass Martin Kippenberger eigentlich eine Frau war:

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2006-02-24 billigfliegerNicht, dass das viel mit den Niederlanden zu tun hätte, aber ich will es Euch trotzdem nicht vorenthalten: Nach einer Woche in Wien und Budapest bin ich gestern mit Skyeurope zu einem höchst erfreulichen Preis nach Amsterdam zurückgeflogen. Höchst erfreulich war auch ein Artikel über die Tate Modern im Inflight-Magazin der Fluglinie. Der vermutlich völlig unterbezahlte Übersetzer (irgendwo müssen die niedrigen Tarife ja herkommen) fand offenbar, dass Herzog & de Meuron im tiefsten Innern ihrer Architektenherzen Ungarn sind: ![]() ...und dass Martin Kippenberger eigentlich eine Frau war: ![]() fettDas Londoner Architekturbüro FAT hat kürzlich für sein Fahrradgaragenwächterhäuschen "Non-ument", das im Den Haager Strandvorort Scheveningen steht, den britischen FX Award bekommen. ![]() Aus dem Juryurteil: In a category with some huge public projects, the Non-ument bycicle surveillance hut won the judges' vote for its out-and-out wit. (...) Incorporating a WC, seating area and kitchen, the hut is designed to amuse and intrigue. On top of the building is a small model of a house, which every half an hour appears to catch fire with smoke billowing out. Thus, as well as fulfilling its functional duties, it also acts as a piece of public art.Das Projekt ist schon ein paar Jahre alt und ist Teil der Initiative "Fiets & Stal" vom Den Haager Kunstzentrum Stroom. Im Auftrag des Kunstzentrums entwarfen Architekten, Designer und Künstler Fahrradhüttchen für verschiedene Orte in der sonst eher etwas braven Regierungsstadt. Hier die weiteren bereits realisierten Objekte nebst Urheber: ![]() Dumoffice ![]() Andrea Blum ![]() John Körmeling (der Text auf dem Dach bedeutet "Frischluft") ![]() Urs Pfannenmüller ![]() Atelier van Lieshout ![]() Hertzsch & Page Noch nicht realisiert sind dagegen die Pavillons von Dan Graham: ![]() und (wenig verwunderlich) Acconci Studio: ![]() Das Kunstzentrum Stroom freut sich so sehr über die Auszeichnung, dass FAT dort vom 5. März bis 9. April gleich eine Soloausstellung unter dem hübschen Titel "All You Can Eat" einrichten dürfen. 2006-02-11 turnschuhflutIn der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat ein Frachter vor der niederlaendischen Nordseeinsel Terschelling im Sturm neun Container verloren. Der Inhalt der Container - zigtausend Paar nagelneue Turnschuhe - spuelte am Freitag auf Terschelling an. Hier ein paar Bilder vom schuhgespickten Strand samt Inselbewohnern auf der Suche nach zusammenpassenden Sneakers in ihrer Schuhgroesse... ![]() Foto: www.nu.nl ![]() Foto: Het Parool 2006-02-09 goldene nase"Bread and butter"-Projekte sind ja heutzutage keine Seltenheit. Dass Künstler, Architekten und Designer hin und wieder ihre Ansprüche herunterschrauben, um mal wieder etwas Nahrhaftes zwischen die Zähne zu bekommen, ist vollkommen salonfähig. Aber was Marcel Wanders im Restaurant Blits in Rotterdam zusammengerührt hat, kann man nicht einmal mehr unter Brot und Butter verbuchen. Höchstens unter Spaghetti mit Ketchup. In einem direkt an der Maas gelegenen, schon etwas in die Jahre gekommenen gläsernen Pavillon von Mecanoo hat er eine Mischung aus Lounge-Ästhetik (gähn!) und billigem Schnörkel- und Blumen-Kitsch installiert. Ich war neulich dort, habe ein paar zugegebenermaßen leckere Tapas zu mir genommen, die zugegebenermaßen großartige Aussicht genossen und das Interieur zu ignorieren versucht. Ging nicht. Immer wieder kam das Gespräch darauf zurück, ob dieser Entwurf tatsächlich von Marcel Wanders, dem Lieblingskind des Droog-Design-Hypes, stammen kann. Bis mir auf dem Weg zur Toilette auffiel, dass der Meister sein Werk auch noch signiert hat - und zwar auf einem riesigen Pappschirm mit Blumendekor, der wie eine Fleurop-Reklame aussieht. Jetzt weiß ich endlich, womit Wanders die goldene Clownsnase verdient hat, die er auf der Startseite seiner Homepage trägt. ![]() ![]() ![]() Fotos: www.zibb.nl![]() pixelspaßSo langsam nimmt das neue Instituut voor Beeld en Geluid in Hilversum von Neutelings Riedijk Architecten Gestalt an. Der Bau soll im Laufe dieses Jahres fertiggestellt werden und wird dann in direkter Nachbarschaft zur Villa VPRO von MVRDV und dem Medienkommissariat von Koen van Velsen stehen. Womit der Medienpark Hilversum um eine Architekturattraktion reicher wäre. Markenzeichen des Baus, in dem das nationale Fernseharchiv sitzen wird, ist nicht nur eine ziemlich gewagte Auskragung beim Eingang, sondern vor allem seine knallbunte, pixelige Fassade. Sie wurde auf Anweisung der Architekten von einem Künstler namens Jaap Drupsteen entworfen und besteht aus 744 "abstrahierten Bildern aus Film und Fernsehen", die auf die Farben Rot, Gelb und Blau reduziert und auf Glasplatten aufgebracht wurden. Unten ein paar Renderings, ein Foto von einer Fassadenprobe und eins vom stolzen Künstler vor seinem fast vollendeten Werk. ![]() ![]() ![]() Foto: De Gooi- en Eemlander2006-02-02 kiffen verbotenAn diesem hübschen Schild, das hier gerade von einem stolzen Beamten präsentiert wird, radel ich jetzt jeden Tag vorbei. Es steht seit ein paar Tagen am Mercatorplein, einem nicht gerade gemütlichen Platz im Amsterdamer Immigranten-Stadtteil De Baarsjes und bezeichnet das erste Gebiet in der Stadt, in dem das Kiffen auf der Straße verboten ist.
Dass es auf öffentlichen Plätzen in Amsterdam schon lange ein Alkoholverbot gibt, wird dagegen nie erwähnt. Übrigens gilt es auch auf dem Mercatorplein, obwohl man das angesichts der Gestalten, die täglich vor dem dortigen Discount-Supermarkt sitzen, kaum vermuten würde. Wie konsequent hier solche Verbote durchgesetzt werden, weiß auch jeder, der im Sommer mal mit Freunden und einer Flasche Wein im Vondelpark gepicknickt hat. Auch dort ist Alkohol offiziell verboten. Aber die Polizei hätte gut zu tun, wenn sie all die roségesättigten Jungstädter bestrafen wollte. Über die Widersprüchlichkeit des Kiffverbots und der Koffieshop-Duldung wundert sich hier niemand; sie gehört zur ganz normalen Drogenpolitik. Schließlich verkaufen die staatlich streng überwachten Koffieshops schon immer ein Kraut, das eigentlich illlegal ist, dessen Anbau ebenso wie seine Einfuhr verboten ist und das sie auch gar nicht auf Vorrat haben dürfen. Aber darüber, ob bräsige Kiffer eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen, kann man sich schon streiten. Ich halte das ganze eher für einen typisch holländischen Trick, um den Platz für die allseits gefürchteten Grüppchen rumhängender marokkanischer Jugendlicher - auf Niederländisch liebevoll "hangjongeren" genannt - unattraktiv zu machen. | |||